Definition in Deutschland: Was ist eigentlich arm?

20. 05. 2008  |  Kategorie: Randnotiz

kohler.jpgMit Armut im Alltag beschäftigt sich das Hamburger Abendblatt in einem Portrait zweier Frauen - eine im Heim mit 91 Jahren, die andere in der eigenen Wohnung mit 51. Und beide in Hamburg.

Was Armut im Alltag bedeutet, liest sich dort recht heraus: 680,92 Euro bedeuten laut Definition Armut. Als Gegenteil von Luxus? Die 91-jährige Gerda Beutler erzählt im Abendblatt, was ihr ganz persönlicher Luxus ist: Friseur, Fußpflege und Schokolade nämlich. Und klingt dabei nicht unzufrieden. Arm? Möchte sie nicht genannt werden.

Luxus kennt auch Wiebke Drohula, das zweite Beispiel der Hamburger Zeitung: Lupo heißt der Luxus und ist ein Mischlingshund. Mit zwei Söhnen landete sie in der Armut, als ihr Arbeitgeber insolvent ging. Was man so mit dem Begriff “Armut” verbindet, sucht man vergebens: Einen Ein-Euro-Job hat sie angenommen, um zuhause nicht verrückt zu werden. 200 Bewerbungen geschrieben - das Klischee vom Sozialschmarotzer, das so gern herangezogen wird, will einfach nicht funktionieren. Armut ist eben ganz real, überall. Und auch in Deutschland können die Armen meistens nichts für in Schicksal.

(Foto: Sophie / sxc.hu)

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